PoH-Code: poh.1240
Mahnmal Niemals Vergessen für die Opfer der Gestapo
1984-12-31 – 1985-12-30
Das Mahnmal für die Opfer der Gestapo am Morzinplatz wurde am 1. November 1985 enthüllt. Es erinnert an die Zentrale der Gestapo im ehemaligen Hotel Métropole, das sich hier befand. Während des nationalsozialistischen Regimes führte die Gestapo hier oft unter Einsatz von massiver Gewalt und Folter Verhöre durch. Es handelt sich um ein Denkmal aus Granit, das an der nördlichen Ecke der Grünfläche am Morzinplatz erbaut ist. Stufen führen von der Gehsteigebene zum leicht erhöht stehenden Mahnmal. Es besteht aus einer Bronzefigur, die von acht Blöcken aus Mauthausener Granit, der an das Konzentrationslager Mauthausen und den dortigen Steinbruch/Todesstiege erinnert, umringt ist. Der oberste Block trägt die Aufschrift "Niemals vergessen", flankiert von einem roten Winkel und einem gelben Stern. Mit dem Symbol des roten Winkels markierte die SS in den Konzentrationslagern politische Häftlinge. Juden und Jüdinnen mussten auf ihrer Kleidung den gelben Stern tragen. Die Errichtung des Denkmals war in den ersten Jahren der Zweiten Republik umstritten beziehungsweise zwischen SPÖ und KPÖ umkämpft. Da andere Vorhaben zur Errichtung größerer Gedenkstätten für die (politischen) Opfer des nationalsozialisten Regimes immer wieder verzögert wurden oder scheiterten, errichtete der KZ Verband im Rahmen einer Gedenkveranstaltung am 11. April 1951 am Morzinplatz illegal einen Gedenkstein für Opfer des Faschismus. Die Stadt Wien übernahm diesen Gedenkstein in seine Obhut. Im Jahr 1985 ersetzte die Stadt den Gedenkstein durch das aktuelle Mahnmal. Die Inschrift blieb unverändert. 1999 brachten Aktivist*innen im Zuge der "Regenbogenparade" einen "Balken der vergessenen Winkel" am Denkmal an. Man kommentierte damit die Ausklammerung von Opfergruppen (rosa Winkel: homosexuelle Opfer; schwarzer/brauner Winkel: "asoziale" Opfer; brauner Winkel: "Zigeuner"). Der Balken blieb monatelang liegen und wurde dann entfernt. Am 31. Mai 2015 wurde im Zuge einer angemeldeten Kunstaktion hinter dem Denkmal ein Beton-Objekt mit dem Titel "Was sie unterließ, haben wir getan" gesetzt und in der Wiese verankert. Die Ergänzung nimmt direkt Bezug auf einen 1951 geplanten, aber nicht errichteten Obelisken.
Immer wieder ist das Denkmal Ziel von Angriffen und Beschädigungen: So verübten im März 1988 Unbekannte einen Anschlag auf das Denkmal; Anfang April 1990 erfolgte ein Brandanschlag.
Quellen
- DERLA — Mahnmal Niemals Vergessen für die Opfer der Gestapo (20870c3d-add1-4e9b-980c-a2b222313211) — DERLA — Mahnmal Niemals Vergessen für die Opfer der Gestapo
Bewertungen
- Zugang (ab 2026-07-18): Frei zugänglich
- Räumliche Genauigkeit: 4 — Genau
Lage & Karte
Kartenposition verfügbar (Punkt) · räumliche Genauigkeit: 4 — Genau
Textuelle Lagebeschreibung
Morzinplatz, 1010 Wien
